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Marie Steiner über anthroposophische Sekundärliteratur

«Sie schreiben selbst von der Propaganda, die Sie machen wollen, und Ihr Zirkular enthielt eine Aufforderung, Ihnen Manuskripte zu schicken. Das bedeutet eine Aufforderung, auch sehr viel unreifes Zeug in die Welt zu setzen. Das Bestreben Herrn Dr. Steiners war bis jetzt, ein Verständnis dafür hervorzurufen, daß nur das reifste, wirklichem Wissen Entsprungene gedruckt werden solle, und daß es zu den schlimmsten Erscheinungen unserer Zeit gehöre, daß der Büchermarkt mit unreifen und unnützen Produkten überschwemmt werde. Am allerschlimmsten wäre dies, ist dies auf dem Gebiete der Geisteswissenschaft. Eine wirkliche Mithilfe könnte gerade darin bestehen, immer mehr Verständnis für eine solche Anschauung zu erwecken. Ein Entgegenarbeiten dem Geiste unserer Bewegung besteht darin, wenn man anfängt, Propaganda für Schriftstellerei auf geisteswissenschaftlichem Gebiete zu machen. Ich kann auch nicht die Logik dessen einsehen, daß Mitglieder, die nicht Zeit haben, Dr. Steiners Bücher zu studieren, weil sie anderes zu tun haben, just deshalb die kurze Zeit, die ihnen zur Verfügung steht, auf das Lesen sogenannter Hilfsbücher verwenden sollen. Dann kommen sie um so weniger dazu, das Beste zu lesen.»

Aus dem Entwurf eines Briefes von Marie Steiner an einen Verleger, wahrscheinlich 1909/1910

(In: Nachrichten der Rudolf-Steiner-Nachlaßverwaltung Nr. 17, 1967, zum 100. Geburtstag Marie Steiner-von Sivers am 14.3.1967)


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